Jetzt habe ich die ersten vier Stunden meines Arbeitstages damit zugebracht, Arzttermine zu vereinbaren und Kinderkleidung online zu bestellen und auszuleihen. Vier Stunden.
Ok, ich habe ein bisschen Zeit verplempert, indem ich auf verschiedenen Blogs gelesen habe. Ich habe außerdem 1.000 Corona-Newsticker nicht ausblenden können und ich habe mich mit dem Kundenservice eines Online-Shops auseinandergesetzt. Ich habe was gesnackt. Mehrfach.
Aber ich habe nicht gearbeitet.
Marcus kocht nebenan Milchreis. Der Junge schläft. Draußen ist draußen und Drinnen ist drinnen. Ostern ist vorbei und wir haben fast alle Punkte unseres Osterplans abgehakt (inklusive Fruchtbarkeitsritual am Flußufer).

Wir hatten ein perfektes Osterfeuer, mit freiwilliger Feuerwehr und ohne Scheißmusik. Denn wir haben am Karsamstag fast unseren Kugelgrill komplett geschmolzen. Bevor die Flammen außer Kontrolle geraten konnten (Holzboden), habe ich einen Haufen alter Flickenteppiche über das Feuer geworfen. Das Stockbrot habe ich in den Ofen getan. Dann: virtueller Brunch am Sonntag mit der Familie, virtuelles Kaffeetrinken mit dem Opa aus der anderen Familie am Montag und Spazierengehen – alles fast normal und es war alles fast gut.
Aber ich fühle mich verkatert.
Mir ist egal, ob es Mehl oder Hefe gibt, ich komme gut ohne Klopapier aus, ich vermisse die Nudelauswahl nicht. Mir sind Menschen wichtiger als Hefe. Deswegen bleibe ich zuhause. Deswegen vermisse ich die Menschen. Aber ich will hier raus. Aber ich habe Angst.
Ich lass das so stehen.